Integrationskonzept der VG: Konstruktive Haltung zu Migration und Integration wirkt

Die Diskussion um Flucht, Asyl und Integration wird häufig emotional geführt. Umso wichtiger sind Beispiele aus der kommunalen Praxis, die zeigen, was tatsächlich funktioniert. Die Verbandsgemeinde Rheinauen hat mit ihrem Integrationskonzept einen Weg eingeschlagen, der auf Sachlichkeit, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzt. Die Verwaltung mit Bürgermeister Fassott, allen voran mit dem für Asyl zuständigen Ersten Beigeordneten Toni Krüger, mit dem Team des Fachbereichs zusammen mit den Ehrenamtlichen vor Ort zeigen dabei großartiges Engagement, für das wir sehr dankbar sind. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Ein konstruktiver Umgang mit Geflüchteten und Asylsuchenden ist möglich – und erfolgreich.

Seit 2015 nimmt die Verbandsgemeinde Rheinauen Menschen auf, die vor Krieg, Verfolgung oder anderen Notlagen fliehen mussten. Dabei erfüllt die Kommune nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern verfolgt bewusst einen Ansatz, der Integration von Anfang an mitdenkt. Im Mittelpunkt steht die dezentrale Unterbringung. Statt großer Sammelunterkünfte leben die Menschen in Wohnungen und kleineren Wohneinheiten in den vier Ortsgemeinden Altrip, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee. Dadurch entstehen Begegnungen im Alltag – in der Nachbarschaft, in Vereinen, auf Spielplätzen, in Schulen und Kitas.

Dieses „Tür-an-Tür-Prinzip“ ist ein zentraler Baustein des Erfolgs. Integration wird nicht als abstrakte Verwaltungsaufgabe verstanden, sondern als gesellschaftlicher Prozess, der durch persönliche Kontakte und gegenseitiges Kennenlernen wächst. Vorbehalte können abgebaut werden, Orientierung gelingt schneller und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird erleichtert.

Dabei setzt die Verbandsgemeinde auf klare Regeln und gegenseitige Verantwortung. Geflüchtete haben Rechte, etwa auf Unterkunft, Grundversorgung, Bildung und Sprachförderung. Gleichzeitig bestehen Pflichten, beispielsweise die Mitwirkung im Asylverfahren, die Einhaltung kommunaler Regelungen und die Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen. Integration bedeutet daher nicht nur Unterstützung, sondern auch Eigenverantwortung.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das starke ehrenamtliche Engagement in der Verbandsgemeinde. Das Café Miteinander in Altrip, das Café International in Otterstadt, die Unterstützungsangebote in Neuhofen sowie die Fahrradwerkstatt und die Kleiderkammer in Waldsee schaffen Begegnungsmöglichkeiten und praktische Hilfen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Menschen sich willkommen fühlen und gleichzeitig schnell ihren Platz in der Gemeinschaft finden können.

Auch die Verwaltung selbst verfolgt einen aktiven Ansatz. Durch individuelles Casemanagement, die Zusammenarbeit mit Kreisverwaltung, Jobcenter, Bildungseinrichtungen und Vermieterinnen und Vermietern sowie durch kontinuierliche Kommunikation werden Herausforderungen frühzeitig erkannt und gelöst. Der Leitgedanke lautet dabei: Prävention statt späterer Konfliktbewältigung.

Die Ergebnisse sprechen für sich. Nach Angaben der Verbandsgemeinde gibt es eine hohe Akzeptanz der dezentralen Unterbringung, nur sehr wenige Konflikte in den Ortsgemeinden sowie zahlreiche positive Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Vermietenden. Viele Geflüchtete konnten erfolgreich in Nachbarschaften und Vereinsstrukturen integriert werden und werden auf dem Weg in eigenständige Mietverhältnisse begleitet.

Auch die Berichterstattung der Rheinpfalz hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement, transparente Kommunikation und lokale Integrationsangebote für ein gutes Miteinander sind. Die Erfahrungen in der VG Rheinauen bestätigen: Integration gelingt dort am besten, wo Menschen sich begegnen, Verantwortung übernommen wird und Probleme pragmatisch statt ideologisch angegangen werden.

Für uns Grüne ist klar: Eine erfolgreiche Integrationspolitik verbindet Menschlichkeit und Ordnung. Wer Schutz benötigt, soll menschenwürdig aufgenommen werden. Gleichzeitig braucht es klare Strukturen, verlässliche Regeln und die Förderung von Sprache, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Die VG Rheinauen zeigt, dass dieser Weg funktionieren kann – zum Nutzen der Geflüchteten ebenso wie zum Nutzen unserer Ortsgemeinden.

Die Verbandsgemeinde Rheinauen nutzt damit den kommunalen Spielraum soweit es geht und handelt. Vieles wäre darüber hinaus noch mehr möglich, wenn die Rahmenbedingungen passen würden: nach dem Prinzip „wer bestellt, bezahlt“ muss die Bundesregierung endlich die bundesgesetzlich geregelten Sozial- und Integrationsmaßnahmen für Kommunen besser ausfinanzieren. Genauso müssen Land und Kreisverwaltung ihren Aufgaben nachkommen und die unterstützen, die vor Ort konkrete Integrationsarbeit leisten. Wir GRÜNE werden auch weiterhin auf allen Ebenen dafür einstehen, in der Migrations- und Integrationspolitik für Menschlichkeit und Ordnung einzutreten und dabei die Kommunen und Ehrenamtliche konkret zu unterstützen.

Integration ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Die bisherigen Erfahrungen in der VG Rheinauen machen Mut, diesen Weg auch in Zukunft konsequent weiterzugehen.

Das Integrationskonzept, vorgestellt im Sozialausschuss des Verbandsgemeinderats am 27.05., ist hier nachzulesen: https://rheinauen.gremien.info/pdf-viewer?name=MjAyNl8wNV8xMl9Lb256ZXB0aW9uX0ludGVncmF0aW9uX1NvemlhbGF1c3NjaHVzcw==&watermark=0&generated=07-06-2026&document=aHR0cHM6Ly9yaGVpbmF1ZW4uZ3JlbWllbi5pbmZvL2FwaS5waHA/ZG9jdW1lbnRfdHlwZV9pZD0xMyZkb2N1bWVudF9yZWxhdGlvbl9pZD04NDExMDUxMDAwMjYlN0MyMDI2MDUxNTA3NTYxNS0wLnBkZiU3QyZzdWJtaXNzaW9uX2F0dGFjaG1lbnRfaWQ9ODQxMTA1MTAwMDI2JTdDMjAyNjA1MTUwNzU2MTUtMC5wZGYlN0MmaWQ9NjkmanNvbj0xJnBsYXRmb3JtPXdlYiZzeXN0ZW09cmlzJmFnZW5kYV9pdGVtX2lkPW5pXzIwMjYtU296aWFsX1ZHLTV8ODQxMTA1MTAwMDI2fDEmZG9jdW1lbnRhYmxlX2lkPTg0MTEwNTEwMDAyNnwyMDI2MDUxNTA3NTYxNS0wLnBkZnw=